Die Kathrein-Erfolgsgeschichte beginnt

Ingenieur Anton Kathrein legt mit seiner Wissbegierde und seinem Technikinteresse den Grundstein für die dynamische Entwicklung des Unternehmens. Als junger, umtriebiger Mann erlebt er in den Wirren vor und während des ersten Weltkriegs gleichzeitig auch eine technisch hochspannende Zeit hautnah mit. Seinen Pioniergeist würde man heute wohl als "Start-up-Mentalität" bezeichnen.

Fasziniert von den Entwicklungen verabschiedet sich Kathrein im Jahr 1919 aus einer Anstellung als Elektromonteur und macht sich mit seiner eigenen Werkstatt selbständig. Seine erste Erfindung, der "Masttrennschalter mit eingebauter Sicherung", entstammt noch seinem Erfahrungshorizont als Obermonteur bei den Überlandwerken. In den Anfangsjahren entwickelt er ein Produktsortiment, das die erheblichen Schäden verhindert, die durch Einschläge ins Versorgernetz an Transformatoren und Geräten entstehen.

Hörfunk wird zum Massenmedium

In den 1920er-Jahren erkennt Kathrein das Potenzial eines neuen Mediums: Seit dem Jahrhundertwechsel hatte die technische Entwicklung des Hörfunks rasant an Fahrt aufgenommen. Im Oktober 1923 startet der „Deutsche Rundfunk“ mit der ersten Sendung aus dem Voxhaus in Berlin. Nur sehr wenige Teilnehmer verfolgen die erste Stunde des Rundfunks in Deutschland am Radio mit. Aber mit dem Angebot steigen auch die Hörerzahl und die Nachfrage nach Empfangsantennen. Getrieben von Neugierde und dem unerschütterlichen Glauben an sein technisches Wissen, steigt Kathrein in den neuen Produktionszweig ein. Zunächst bietet er Blitzschutz für Hochantennen und wenig später einfach montierbare Mittelwellen-Drahtantennen an. Von Anfang an setzt er auf erstklassige Qualität, die er zum wesentlichen Merkmal des Unternehmens erhebt.

Höchste Zuverlässigkeit und Qualität - dafür steht der Name Kathrein. (Ingenieur Anton Kathrein)

In den Folgejahren entwickelt Kathrein neue Generationen von optimierten Radioantennen. 1931 zum Beispiel stellt das Unternehmen auf der Leipziger Messe die erste Rundfunk-Stabantenne vor – eine Sensation für die damalige Zeit. 1938 kommt eine Teleskop-Autoantenne von Kathrein auf den Markt, Kathrein hat damals bereits rund 100 Beschäftigte. Während des Zweiten Weltkriegs muss die Produktion auf Zubehörteile für nachrichtentechnische Anlagen für Flugzeuge und Schiffe umgestellt werden. In den ersten Nachkriegsjahren laufen – der Materiallage entsprechend – in erster Linie Ausweichfertigungen. Erst mit der Währungsreform 1948 ändert sich die allgemeine wirtschaftliche Lage. Auch für Kathrein sind damit die Weichen für die Zukunft gestellt.