Mobilfunk verändert die Kommunikation

Unterwegs telefonieren wird normal und – erschwinglich! Anfang der 1990er-Jahre startet das Massenphänomen digitaler Mobilfunk. Handys verändern das Kommunikationsverhalten der Gesellschaft. Zwar gab es mit dem A-, B- und C-Netz schon ein paar Jahrzehnte lang die Möglichkeit unterwegs zu telefonieren. Dieser Luxus war jedoch zunächst einigen wenigen Nutzern vorbehalten. Die Geräte waren groß, schwer und vor allem teuer. Einen Wendepunkt nimmt die Mobilfunk-Geschichte 1992, als das D-Netz startet. Zunächst ein Stotterstart, weil das D1-Netz der Telekom mit einjähriger Verspätung freigeschaltet wird. Dann jedoch kommen D1 und D2 vom damaligen Betreiber Mannesmann richtig in Fahrt: Anfang 1993 haben die beiden D-Netze gut 200.000 Kunden in Deutschland, Ende des Jahres sind es knapp 970.000 – fast eine Verfünffachung binnen eines Jahres!

Kathrein wird Schlüssellieferant für Mobilfunkbetreiber

Die Entwicklung in den anderen Industrienationen ist ähnlich: Kathrein setzt erneut zur richtigen Zeit aufs richtige Pferd. Die Mobilfunkanbieter müssen angesichts der rasant steigenden Nutzerzahlen ihre Netze fortwährend ausbauen – und das tun sie mit Kathrein als einem der Schlüssellieferanten. So nimmt die Zahl der ausgelieferten Mobilfunkantennen für Basisstationen von Jahr zu Jahr deutlich zu. Ende der 1990er-Jahre hat das Rosenheimer Unternehmen zusammengerechnet etwa eine Million Antennensysteme in die ganze Welt verkauft.

Anfang des neuen Jahrtausends erfährt der Mobilfunk mit der Einführung von UMTS einen neuen Schub. UMTS heißt Universal Mobile Telecommunications System und steht für einen Mobilfunkstandard, der als 3G (dritte Generation) im Jahr 2004 eingeführt wird. Die schnelle Übertragungsgeschwindigkeit von UMTS ist Beginn der rasanten Entwicklung von Zusatzfunktionen für Mobiltelefone. Videos, Internetanwendungen, Apps und E-Mails sind mit UMTS möglich und in einer ausreichend großen Geschwindigkeit umsetzbar. Kathrein treibt diesen neuen Mobilfunkstandard mit seinen Antennensystemen ebenso voran wie wenige Jahre später die LTE-Technologie (4G).