Neue Chancen durch ein neues Medium

Genau am Weihnachtstag 1952 revolutioniert das "Wunder Fernsehen" Deutschland. Sensibilisiert durch die Marktentwicklung im Bereich Hörfunk, erkennt Kathrein jetzt seine nächste Chance: In der Aufbruchsstimmung nach dem Zweiten Weltkrieg steigt sein Unternehmen in die Entwicklung von Fernsehantennen ein. Denn mit den ersten, regelmäßigen Sendungen geht auch der Verkauf der ersten Fernseher in deutsche Wohnzimmer los. Ganz Deutschland baut - zu dieser Zeit entstehen viele neue Gebäude mit mehreren Wohnungen. Deshalb gewinnt die Gemeinschafts-Antennenanlage in dieser Zeit zunehmend an Bedeutung. Kathrein hat hierfür entsprechende Verstärker, Steckdosen und weiteres Zubehör im Programm. Zudem bietet das Unternehmen ab Mitte der 1950er-Jahre auch Sendesysteme für Radio und Fernsehen an. Damit profitieren auch Rundfunkanstalten von der hohen Qualität der Kathrein-Technik.

Das Fernsehen wird zum Leitmedium

1960 gibt es in Deutschland rund 3,5 Millionen Fernsehteilnehmer. Kathrein hat zu diesem Zeitpunkt etwa 600 Mitarbeiter und wächst – wie der Fernsehmarkt – rasant weiter. In den folgenden Jahren werden zahlreiche Neubauten notwendig, um mit der Marktentwicklung Schritt halten zu können. Einen Meilenstein setzt der damalige Vizekanzler Willy Brandt (SPD) 1967 auf der Funkausstellung in Berlin: Mit einem symbolischen Knopfdruck startet er das Farbfernsehen in Deutschland. Ende der 1960er-Jahre gibt es in Deutschland fast 15 Millionen Fernsehzulassungen, damit steht in rund 70 Prozent der Haushalte ein TV-Gerät.

Für Kathrein ist das Jahr 1969 von besonderer Bedeutung: Die KATHREIN-Werke KG feiert ihr 50-jähriges Bestehen mit einer Belegschaft von rund 1.000 Mitarbeitern. Der Firmengründer hat zu diesem Zeitpunkt einen großen Teil der laufend gewachsenen Verantwortung an bewährte Mitarbeiter übergeben.